gegen das vergessen …

Kriegsgräberstätten als Mahnmale und Orte des Gedenkens

In der Präambel der Satzung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. wird auf die Verpflichtung hingewiesen, Kriegsgräberstätten zu schaffen und als ständige Mahnung zum Frieden dauerhaft zu erhalten.

Und im Leitbild, das sich der Volksbund gegeben hat, ist von unserem Willen die Rede, die Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft wach zu halten und Verständigung, Versöhnung und Frieden unter den Menschen und Völkern zu fördern. Die Kriegsgräberstätten im In- und Ausland entwickeln wir als Orte des öffentlichen Gedenkens, der Erinnerung, der Begegnung und des Lernens weiter.

 

Lernort Kriegsgräberstätte Lebach

Die Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof in Lebach wird dank des Engagements des Volksbundes, des Historischen Vereins Lebach und der Gymnasien in Lebach zum überörtlichen Lernort für das Saarland. Da der Zweite Weltkrieg immer stärker aus der individuellen Erinnerung verschwindet, auch nur noch wenige Zeitzeugen unter uns leben, wird es notwendig, neue Ansätze in der Erinnerungs- und Gedenkkultur zu finden. Dieses Grauen darf niemals in Vergessenheit geraten.

Exemplarische Orte wie die Lebacher Kriegsgräberstätte bieten eine hervorragende Gelegenheit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Hinter jeder Grabtafel steht eine Biografie, die der Krieg beendete. Gut erforschte Einzelschicksale stehen stellvertretend für viele ähnliche. Gefallene Soldaten, getötete Zivilisten, Bombenopfer und nicht zuletzt viele Zwangsarbeiter, teils in Massengräbern beigesetzt, liegen in Lebach. Für die Besucher wird aus der Begehung der Kriegsgräberstätte ein Lernort, wenn sie bewusst einen Schritt weitergehen: die Einzelschicksale verfolgen, die Situation während der NS-Zeit in Lebach begreifen, den Weg der Opfer, sei es durch Bomben oder infolge der Deportation als Zwangsarbeiter, nachvollziehen und die Art des Gedenkens von der Nachkriegszeit bis heute hinterfragen, um sich selbst einen Standpunkt zu erarbeiten.

So kann Nach-Forschen zur Erinnerungsarbeit werden und zu lebendigem Gedenken führen, das dazu anregt, diese Vergangenheit als Verpflichtung und Verantwortung für sich selbst und für künftige Generationen anzunehmen und sich für Frieden und Demokratie einzusetzen. Auf diese Weise kommt das Motto des Volksbundes zum Tragen: »Versöhnung über den Gräbern, Arbeit für den Frieden.«