Klaus Altmeyer wurde am 27. April 1926 in Lebach geboren.

Aufgewachsen ist er in der Lebacher Marktstraße in dem Haus, wo heute gegenüber der katholischen Kirche das Geschäft »Küche und Kunst« zu finden ist.

Er besuchte in Dillingen das Gymnasium, bis er 1944 – also im Alter von 18 Jahren – zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Zur Grund- und Offiziersausbildung wurde er in Schwerin stationiert. Bei Kriegsende im Frühjahr 1945 hatte er als 19-Jähriger den Dienstgrad eines ROB, d. h. eines Reserveoffiziersbewerbers.

An der Front wurde er Gott sei Dank nicht mehr eingesetzt; er war nicht im Kampfeinsatz.

Im April 1944 setzte er sich in Schwerin ab, um sich durch das zerstörte Deutschland in Zivilkleidung durchzuschlagen und am 27. Mai 1945 Lebach zu erreichen.

Zur Erinnerung: Am 18. März 1945 hatten die Amerikaner bereits Lebach erreicht; und die Amerikaner übergaben am 10. Juli 1945 die Kontrolle über Lebach an die Franzosen, das sich ja im nun französisch besetzten Saargebiet befand.

Schon zur Jahreswende 1945/1946 (Klaus Altmeyer war mittlerweile 19) ging er wieder aufs Dillinger Gymnasium, weil er sein Abi machen wollte. Wegen seines Militärdienstes wurde er aber zunächst von der französischen Militärverwaltung von der Schule verwiesen; er galt als ehemaliger Wehrmachtsangehöriger als nicht ausbildungswürdig.

Deshalb nahm er im Oktober 1946 dankbar die Stelle eines Dolmetschers und Adjutanten des Lebacher UNRRA-Lagers an; sie sicherte ihm eine bescheidene Existenzgrundlage.

Zum Hintergrund: Unsere Schulgebäude hier, die mittlerweile seit vielen Jahren als Gymnasien dienen, waren als Wehrmachtskaserne gebaut worden. Zwischen August 1938 und Juni 1940 nutzten unterschiedliche Wehrmachtsverbände die Kaserne zu Ausbildungszwecken. Danach diente sie als Reserve-Lazarett.

Nach Kriegsende richtete die UNRRA – United Nations Relief and Rehabilitation Administration – hier in der ehemaligen Hermann-Göring-Kaserne ein Rückführungslager für sogenannte Displaced Persons ein (in der Regel ehemalige Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, die sozusagen hier in unserer Gegend herumirrten). Hier sollen sich zeitweise bis zu 10.000 Flüchtlinge aufgehalten haben, deren Unterbringung und Versorgung nicht einfach zu bewerkstelligen war.

Als im Frühjahr 1947 das UNNRA-Lager in Lebach aufgelöst wurde, war Klaus Altmeyer bereits wieder in der Oberprima auf dem Völklinger Gymnasium. Dort machte er sein Abitur, um dann in Paris und Bonn Politik und Völkerrecht zu studieren.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass sich Klaus Altmeyer im Abstimmungskampf 1955 bei der damals verbotenen prodeutschen CDU für die Wiederangliederung an Deutschland einsetzte und nach der erfolgreichen Rückgliederung des Saarlandes am 1. Januar 1957 Regierungssprecher in Saarbrücken wurde. Danach leitete er die Pressestelle des Saarländischen Rundfunks.